Altenrhein

Direktflüge nach London City – Aus der Traum?

Am 20. Februar 2014 gab Armin Unternährer, CEO der Aiport Altenrhein AG (AAAG) im St. Galler Tagblatt Einblick in die Pläne, das regionale Flugfeld mit weiteren Linienflugdestinationen aufzuwerten. So stellte er in Aussicht, dass es schon bald Linienflüge von Altenrhein nach London City geben werde. Dies ungeachtet der Tatsache, dass es dazu vorher die Konzessionierung zum Regionalflugplatz braucht, welche jedoch erst vor wenigen Jahren am Nein Österreichs gescheitert war. Und daran dürfte sich so schnell nichts ändern. Denn das vom Bundesrat genehmigte SIL-Objektblatt IIIC zum Flugfeld Altenrhein bestimmt: “Der Flugplatz St. Gallen-Altenrhein ist ein privates Flugfeld. Bei einem Ausbau des Linienverkehrs ist er zu konzessionieren, was nur im Einvernehmen mit Österreich erfolgen soll.“

Wie nun am 24. Juli 2015 die AAAG via Medien verlauten liess, könne der Flugbetrieb auf dem Flugfeld Altenrhein wohl nicht wie geplant ausgebaut werden. Verhandlungen mit regionalen Fluggesellschaften, welche die Strecke zwischen Altenrhein und London fliegen sollten, hätten bisher keinen Erfolg gebracht.

Das ist für uns natürlich keine Überraschung. Es ist ja nicht das erste Mal, dass sich hoch fliegende Pläne der Flugfeldbesitzerin in Luft auflösen.

Widerstand gegen Ausdehnung der Hindernisbeschränkungen

Das BAZL hat im Juni 2015 betroffene Regionsgemeinden eingeladen, Stellung zu nehmen zu geplanten Anpassungen des SIL-Objektblattes IIIC für Altenrhein in Zusammenhang mit der Ausdehnung der ‘Zone mit Hindernisbeschränkungen‘.

Heute ist diese Zone relativ eng um das Flugplatzgebiet festgelegt. Neu soll sie auf einen Umkreis mit Radius 5 km (!) vergrössert werden, sodass künftig auch die Gemeinde Eggersriet betroffen sein wird. Das BAZL begründet dies mit notwendigen Anpassungen aufgrund neuer internationaler Bestimmungen, welche die An- und Abflugwege im Sinne eines sichereren Flugbetriebs vor Hindernissen schütze.

Das Vorhaben stiess auf wenig Gegenliebe. Die Gemeinde Eggersriet hat kein Verständnis für diesen Schritt und befürchtet mehr Fluglärm aufgrund neuer Anflugrouten. Es sei zudem unverständlich, wie man eine Höhenbegrenzung machen könne, obwohl die Hanglage bereits eine solche darstelle. Sie lehnt das Vorhaben ab.

Auch die Standortgemeinde Thal findet nichts Gutes an diesem Schritt und benutzt die Gelegenheit, ihre klare Ablehnung gegen jeglichen Ausbau in Altenhrein zu bekräftigen. Pistenverlängerung und Flugplatzausbau lehnt sie klar ab und fordert gleichzeitig eine Lärmreduzierung. Dabei verweist sie auf die im Jahre 2001 durch die Uni St. Gallen durchgeführte Studie, welche eine klar ablehnende Haltung der Bevölkerung gegenüber jeglichem Ausbau des Flugverkehrs deutlich machte.

Heinz Grob, Rorschacherberg, Präsident AgF