Bern-Belp und Biel-Kappelen

Die Ruhe in der Nacht ist gestört

Die Nachtruhe am Flughafen Bern wurde seit Herbst 2015 zunehmend verletzt. Im Frühling und Frühsommer landeten dann fast täglich Flieger nach Betriebsschluss und rissen durch den verursachten Lärm Bürger aus ihrem Schlaf. Der Start eines verspäteten Linienflugzeugs (Jet) kurz vor Mitternacht brachte das Fass zum Überlaufen. Printmedien brachten den Missstand aufs Tapet, Vertreter der VgF forderten in der Sendung «Schweiz aktuell» die strikte Einhaltung der Betriebszeiten. Dem Flughafenbetreiber konnte das Versprechen nach Anpassung und Besserung öffentlich abgerungen werden. Darüber hinaus wendete sich die VgF mit einer Protestnote an das BAZL. Die Intervention der Vereinigung gegen Fluglärm VgF via Medien zeigt Erfolg, die Flüge nach Betriebsschluss haben
abgenommen.

Die Ruhe vor dem Sturm

Die VgF hat zusammen mit den Umweltverbänden im Oktober 2015 beim Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerde gegen die Genehmigung des Betriebsreglements des Flughafen Bern-Belp eingereicht. Nach Aufarbeitung von Zusatzunterlagen der Parteien und eingereichten Schlussbemerkungen zum Sachverhalt, ist die Angelegenheit nun für die Urteilsverkündung spruchreif.

Genauso hat sich die VgF gegen die 4. Ausbauetappe am Flughafern Bern beim Bundesverwaltungsgericht beschwert. In der Zwischenzeit haben zahlreiche Unterlagen die Angelegenheit detailliert beleuchtet. Unter anderem forderte das Gericht einen Fachbericht vom Bundesamt für Umwelt BAFU und erachtet die Angelegenheit nun ebenfalls als bereit, ein Urteil zu fällen. In beiden Klagen fordert die VgF relevante Verbesserung hinsichtlich Lärm und Emissionen. Auf die Urteilsverkündung darf man gespannt sein.

Die Ruhe nach dem Brand

In der Nacht auf Sonntag, 3. Juli brannte ein Hangar auf dem Flugfeld Biel-Kappelen aus. Dabei wurden Hangar und 7 Flugzeuge zerstört. Die Brandursache ist ein Rätsel, so titelt die BernerZeitung. Dass der Brand eine Verzögerung der geplanten Pistenverschiebung zur Folge hat, darf angenommen werden.

Vorbei mit der Ruhe

Die Stadt Bern hat zu einer weiteren Runde massiver indirekter Subvention des Flughafens Bern angesetzt. Bern stellt dem Flughafen das für die 4. Ausbauetappe benötigte Bauland im Baurecht zur Verfügung und spricht obendrein einen Erschliessungsbeitrag von über 3 Millionen Franken. Eine demokratische Diskussion wurde zum vornherein verhindert, indem das Geschäft über einen Fonds für Boden- und Wohnbaupolitik abgewickelt werden soll.

Gemeinsam für mehr Ruhe

Mit der neu geschaffenen Koalition Luftverkehr Umwelt + Gesundheit (KLUG) setzen sich zahlreiche Organisationen für eine Reduktion der schädlichen Emissionen des Luftverkehrs ein. Die Koalition bündelt lokale und nationale Kräfte um auf nationaler Ebene für die gemeinsamen Anliegen und gegen die einseitigen Interessen der Luftfahrtsindustrie zu kämpfen. Die Vereinigung gegen Fluglärm VgF ist Gründungsmitglied der KLUG.

Guido Frey, MBA
Geschäftsführer Vereinigung gegen Fluglärm (VgF)