Editorial - Mit ‹KLUG› Einfluss in Bern stärken

Die Luftfahrtpolitik der Schweiz wird auf Bundesebene gemacht. Das ist eine Tatsache. Hier werden die meisten Entscheide zur Entwicklung des Flugverkehrs in der Schweiz getroffen. Bis jetzt haben der Bundesrat und das Parlament aber einzig die Interessen der Luftfahrtindustrie berücksichtigt. Der Klimaschutz und der Schutz der betroffenen Bevölkerung vor Lärm und Schadstoffen zählen für Bundesrat und Parlament kaum. Zudem kann sich die direkt betroffene Bevölkerung nur schwer Gehör verschaffen, da ihre Interessen von meist kleinen, regionalen Organisationen vertreten werden. Darum wurde im September 2016 in Bern die Koalition Luftverkehr, Umwelt und Gesundheit (KLUG) gegründet. Diese nationale Organisation bündelt nun die gemeinsamen Interessen der in diesem Bereich tätigen Organisationen und Gruppierungen und vertritt diese auf nationaler Ebene. Wir erhoffen uns, so in Bern besser wahrgenommen und erhört zu werden.

Um die Schäden der Klimaerwärmung zu begrenzen, hat sich die Weltgemeinschaft in Paris das Ziel gesetzt, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen. Damit dies gelingt, müssen die Treibhausgas-Emissionen in allen Bereichen stark gesenkt werden. Der Flugverkehr ist da keine Ausnahme. Es braucht deshalb dringend eine Richtungsänderung in der Schweizerischen Flugverkehrspolitik.

Die KLUG setzt sich für eine Reduktion der durch den Flugverkehr verursachten Emissionen von Treibhausgasen, Luftschadstoffen und selbstverständlich auch Lärm ein. Dazu gehören auch die indirekt durch den Fernverkehr verursachten Emissionen, wie zum Beispiel Emissionen des durch Flughäfen generierten Strassenverkehrs. Wir versuchen, den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden und den berechtigten Bedürfnissen der Anwohnerschaft eines Flugplatzes nach Ruhe und sauberer Luft mehr Nachdruck zu verleihen. Egal, ob man beim Interkontinental-Flughafen Zürich wohnt oder beim Militär-Flugplatz in Emmen.

Unterstützt wird die KLUG von verschiedenen Fluglärmorganisationen der ganzen Schweiz, sowie auch vom WWF und dem VCS. Auch der SSF unterstützt die neue Organisation. Damit wir aber auch genug stark und «schlagkräftig» werden, brauchen wir möglichst viele Mitglieder, die sich uns anschliessen!

NR Lisa Mazzone
Co-Präsidentinnen der KLUG
NR Priska Seiler Graf