Bern-Belp

4. Ausbauetappe Flughafen Bern: Erwartungen an das Urteil des Bundesgerichts

Die Auflagen, die aufgrund der eingereichten Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht gegen die 4. Ausbauetappe erteilt wurde, hat die Vereinigung gegen Fluglärm VgF als ungenügend erachtet. In einer Beschwerde ans Bundesgericht fordert die VgF ein Lärmschutzkonzept, das insbesondere gesundheitsschädigende Aufwachreaktionen zu vermeiden vermag. Die im Juli eingereichte Replik zeigt, unter Verweis auf die bisherige Rechtssprechung, den Nutzen eines Schallschutzkonzeptes zur Vermeidung gesundheitsschädigenden Aufwachreaktionen auf. Auf Ergebnisse der Schlafstudie 2000 und der aktuellen SIRENE-Studie (Short and Long Term Effects of Traffic Noise Exposure) wurde hingewiesen. Letztere Studie quantifiziert Gesundheitsrisiken (v.a. kardiovaskuläre Erkrankungen, aber auch Diabetes und Depression) im Zusammenhang mit Verkehrslärm.

Das Urteil des Bundesgerichts dürfte noch 2017 folgen. Die VgF erwartet mit dem Urteil, im Hinblick auf einen effektiven Lärmschutz der Anrainer, einen entscheidenden Schritt weiter zu kommen.

GNSS 32 (Südanflug für Flughafen Bern)

Die Einsprache der Vereinigung gegen Fluglärm VgF, zusammen mit den Umweltverbänden, erfolgte im Februar 2014. Diese Einsprache gegen das Gesuch um Genehmigung eines neuen Anflugverfahrens auf die Piste 32 verlangt die Beurteilung der umweltrelevanten Auswirkungen, Entlastung vom Fluglärm durch alternative An- und Abflugrouten, die Erarbeitung von Schallschutzkonzepten sowie ein Lärmgebührenmodell. Nach nunmehr 3 Jahren behördlicher Funkstille hatten die Einsprechenden erstmals Gelegenheit, der Einsprache mit sog. Schlussbemerkungen erneut Gehör zu verschaffen. In dieser fordern die Einsprechenden erneut lärmoptimierte Anflugrouten um Bewohner entlang der Anflugwege möglichst vor Fluglärm zu schützen. Gefordert wird eine vertiefte Klärung des neuen Anflugverfahrens hinsichtlich der Umweltverträglichkeit und Massnahmen zum Schutz vor Aufwachreaktionen. Mit dem Entscheid des BAZL darf noch dieses Jahr gerechnet werden.

Nachtruhe wieder vermehrt durch verspätete Flieger gestört

Diese Flüge sollten in Bern alle vor 23 Uhr landen: Aus London City um 22.10, aus Hamburg um 22.30 und aus Köln um 22.35 Uhr. Doch nicht selten treffen diese Flüge stark verspätet in Bern ein. Sehr zum Ärger von Personen, die bereits schlafen und wegen den landenden Maschinen aufwachen. Obwohl das Betriebsreglement eindeutig festlegt, dass Landungen von Linienflugzeugen nur bis 23 Uhr erlaubt sind, setzt sich der Flughafen immer wieder über diese Regelung hinweg. Im September häufte sich die Anzahl
von Betriebszeitenverletzungen wieder stark. Acht Flugzeuge landeten während der Nachtruhe – und nicht etwa ein, zwei Minuten später! Landungen erfolgten 20 Minuten später und eine erst um Mitternacht. Dass damit die Nachtruhe der Personen, die im Anfluggebiet wohnen als auch der Anrainer des Flughafens massiv gestört wird, zeigt sich an den Lärmmeldungen, die bei der VgF eingegangen sind.

Biel-Kappelen

Das BAZL nutzte just die Sommerpause, den Einsprechern gegen die geplante Pistenverlängerung und Pistenverlegung in Biel-Kappelen durch die öffentlichen Auflage Einsicht in die Mitberichte zu gewähren und eine Schluss-Stellungnahme entgegenzunehmen. Die IG Seeland hat in einem ausführlichen Schlussbericht ihre Forderungen termingerecht eingereicht.

Guido Frey, Geschäftsführer
Vereinigung gegen Fluglärm VgF