Buochs

Am 26. November findet in Nidwalden betreffend «Modernisierung» der «Basisinfrastruktur» des Flugfelds Buochs und die künftige Anzahl Flugbewegungen eine Volksabstimmung statt. Das Aktienkapital (AK) der Airport Buochs AG (ABAG), soll um 20 Mio. CHF erhöht werden, davon zu 50% mit einer 10 Mio.-Finanzspritze des Kantons. Der SBFB engagiert sich für ein NEIN und damit eine bessere Lösung.

Die Argumente gegen die Vorlage:

  • Der Kanton NW trägt das Unternehmerrisiko (10 Mio. CHF AK und Beteiligung zu 50% an den jährlichen Betriebsdefiziten).
  • Die ABAG als Betreiberin des Flugfelds (= unterste Flugplatzkategorie) hat keinen öffentlichen Transportauftrag und deckt daher im Gegensatz zu Bahn und Postauto oder Spital, Kantonalbank, Energie etc. keinen allgemeinen, öffentlichen Grundbedarf der Bevölkerung ab. Es ist daher nicht Kernaufgabe des Kantons, sich als Unternehmer eines Flugfelds zu betätigen. All die Steuer-Millionen werden für andere, viel wichtigere Kantonsausgaben fehlen.
  • Fehlende Unabhängigkeit bei politischen Entscheiden. Volkswirtschaftsdirektor Othmar Filliger räumte im Interview mit der «NZ» vom 20. Mai 2017 ein: «Wenn es um politische Entscheide geht, ist der Kanton Partei». Im Klartext: Regierung und Kanton werden erpressbar.
  • Keine andere Flugfeld-Betreiberin hat 20’100’000 CHF AK und eine so hohe 50% Risiko-Beteiligung des Kantons. Nicht einmal die Betreiberin des wichtigsten Regionalflughafens Bern-Belp mit regelmässigem Linien- und Charterverkehr.
  • Der volkswirtschaftliche Nutzen ist im Gegensatz zu vielen anderen Flugfeldern schon längst da und braucht daher nicht über 10 Mio. neues Aktienkapital (= Risikokapital) des Kantons generiert zu werden.
  • Regierung und Landrat lassen keinen vernünftigeren Gegenvorschlag zur Abstimmung zu.
  • Der Kanton will keinen Regionalflughafen. Just mit der 20 Mio.-Aufrüstung würde Buochs jedoch zweifelsfrei zum best-ausgebauten Regionalflugplatz.
  • Die Ausweitung auf künftig jährlich 20’000 Flugbewegungen (+ 70%) und Flugbetrieb von 06–22 Uhr führen zu einer enormen Beeinträchtigung der Wohn- und Erholungsqualität.
  • Der Kanton lässt sich mit «direkter Mitsprache und Einflussnahme» mit 10 Mio. (50%) einspannen. Und gerät damit in die Abhängigkeitsfalle.
  • «Direkte Mitsprache und Einflussnahme» sind weit günstiger zu haben.
  • Es wird vorgegeben, mit der Aufstockung des AK um 20 Mio. CHF und der heutigen Eignerstruktur der ABAG – je 50 % Kanton und Pilatus Werke – könne das Flugfeld ab jährlich 16’500 bis 18’000 Flugbewegungen wirtschaftlich selbsttragend betrieben werden.
    Pikant: in der Abstimmungsbotschaft sind nur die Ertrags- und Kostentotale der schön gefärbten Planerfolgsrechnungen 2019 –2031 ausgewiesen, nicht jedoch, wie diese Totale zustande gekommen sind. Die Verfasser der Abstimmungsbotschaft sind sich augenscheinlich bewusst, dass die Berechnungen nicht werden halten können, was sie versprechen.
  • Tatsächlich sei die Investition und die Beteiligung nicht ohne Risiko, räumte Finanzdirektor Alfred Bossard gegenüber dem SRF-Regionaljournal vom 23. Mai 2017 ein: «Ob der Flugplatz selbsttragend funktionieren wird, werden wir erst in ein paar Jahren sehen».
    Bereits heute genügt jedoch allein schon ein Blick auf Dübendorf. In den beiden dort zur Diskussion stehenden Betreibermodellen für ein ziviles Flugfeld werden bei einem Vollbetrieb satte 3 Mio., respektive 1.3 Mio. CHF jährlicher Betriebsverlust ausgewiesen. Dies bei jährlich 28’600, respektive 20’000 Flugbewegungen.