Emmen

Übergabe Petition «Dem Fluglärm Grenzen setzen» vom 26. September 2017

Sehr geehrter Herr Bundesrat Parmelin

Ich überreiche Ihnen hiermit im Namen des Schutzverbandes der Bevölkerung um den Flugplatz Emmen fast 10’000 Unterschriften – genau sind es 9’853 – für die Begrenzung des Fluglärms auf dem Flugplatz Emmen.

Mit der Petition verlangen wir eine Plafonierung der Kampfjetbewegungen auf 3’000 pro Jahr und eine sechswöchige Sommerflugpause. Wir verlangen damit nichts Unmögliches. Wir verlangen nicht die Schliessung des Flugplatzes, wir verlangen keine achtwöchige Sommerflugpause wie in Meiringen.

Die Petition hat ihren Ursprung eigentlich im Dezember 2013. Spätestens seit dann weisen nicht nur der Schutzverband, sondern auch der Kanton Luzern und die betroffenen Gemeinden darauf hin, dass im Einzugsgebiet des Flugplatzes Emmen mindestens 100’000 Menschen direkt vom Kampfjetlärm betroffen sind. Und spätestens seit dann haben wir die Frage gestellt, was die Schliessung des Flugplatzes Sion für Konsequenzen auf den Flugplatz Emmen haben wird.

Eine Antwort haben bis Mitte Februar dieses Jahres weder wir noch die kantonalen und lokalen Behörden erhalten.

Dafür hat im Jahr 2016 der Kampfjetbetrieb auf dem Flugplatz Emmen spürbar zugenommen. Vor allem im August starteten und landeten ausserordentlich viele F/A-18 in Emmen. Die Reaktionen aus allen Kreisen der Bevölkerung waren ungewöhnlich heftig und viel militanter als in früheren Jahren.

In der Stellungnahme auf die heimliche Anhörung der Bevölkerung zum Sachplan Militär im Dezember 2016 – heimlich deshalb, weil die Anhörung nicht über die Medien bekannt gemacht worden ist und auch keine Adresse angegeben war, an die man seine Stellungnahme hätte einreichen können – hat der SFE darauf aufmerksam gemacht, dass die wesentlichen Informationen
im Sachplan Militär fehlen. Aus den Zahlen in den offiziellen Unterlagen musste der Schluss gezogen werden, dass es bis zu einer Verdoppelung der Kampfjetbewegungen in Emmen kommen würde.

Es ist uns gelungen, auch den Kanton Luzern, die betroffenen Gemeinden und die Öffentlichkeit wachzurütteln. Die Propaganda-Abteilung des VBS hat uns damals Angstmacherei, Milchbüechli-Rechnung etc. vorgeworfen. Notabene und besonders ärgerlich ohne zu sagen, was denn wirklich Sache ist.

Die Katze wurde dann am 17. Februar 2017, am Freitag vor den Fasnachtsferien, aus dem Sack gelassen: 5’000 Kampfjetbewegungen kommen auf Emmen zu, die Zahlen, mit denen der SFE argumentiert hat, sind keine Milchbüechli-Rechnung, sondern kommen der Realität sehr nahe. Die Propaganda-Abteilung des VBS hat versucht, die Erhöhung mit Zahlenspielereien klein zu reden, das Ganze hat allerdings in einem eigentlichen Kommunikations-GAU geendet.

Die fast 10’000 Unterschriften sind deshalb auch ein Signal. Ein Aufruf, die betroffene Bevölkerung ernst zu nehmen, einzubeziehen, transparent und wahrheitsgemäss zu informieren.

Der SFE ist sehr breit politisch abgestützt und sehr gut in der Bevölkerung verankert. Diese Bevölkerung steht noch zum Flugplatz. Der Siedlungsdruck ist aber hoch und weiter zunehmend. Das Probejahr 2016 hat gezeigt, dass schon 3’800 Kampfjetbewegungen zuviel sind.

Wir bitten Sie deshalb, diesen Fakten Rechnung zu tragen. Zum Wohl der Bevölkerung, zum Wohl aber auch des Flugplatzes Emmen.

Luzius Hafen, Präsident SFE
Emmenbrücke, 26.9.2017