Emmen

Hintertüre für einen Zivilflugplatz Emmen?

Der Schutzverband der Bevölkerung um den Flugplatz Emmen (SFE) fordert eine zeitliche Beschränkung des Flugbetriebs, wenn durch die militärische Nutzung die Immissionsgrenzwerte überschritten werden. Der Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) soll entsprechend angepasst werden.

Der SFE hat sich am Mitwirkungsverfahren zum Konzeptteil des Sachplans Infrastruktur der Luftfahrt (SIL), dem Raumplanungsinstrument des Bundes für die Luftfahrtanlagen beteiligt. Zwar betrifft dieser Sachplan den Flugplatz Emmen als Militärflugplatz mit ziviler Mitbenutzung nur am Rande, der Konzeptteil enthält jedoch einige interpretationsbedürftige Formulierungen und eine gefährliche Ausnahmeregelung.

So wird im SIL festgehalten, dass «die Militärflugplätze mit Blick auf die Engpässe bei den Landesflughäfen eine wichtige Reserve für die Zivilluftfahrt darstellen, vor allem auch für die Business Aviation und unter Umständen auch für den Linienverkehr». Was damit gemeint sein soll, wird nicht näher ausgeführt.

Hellhörig macht die Ausnahmeregelung, wonach die zivile Mitbenützung nicht zu einer wahrnehmbaren Erhöhung der Gesamtlärmbelastung (militärisch und zivil) führen dürfe, falls die Immissionsgrenzwerte (IGW) durch die militärische Nutzung überschritten werden. Die Formulierung ist gefährlich.

Ein Problem des (Militär-)fluglärms ist die rechnerische Ermittlung der Fluglärmbelastung. Die Kampfjetbewegungen sind um ein zigfaches lauter als die zivilen Jetbewegungen. Die aktuelle Formulierung würde umso mehr zivile Flüge erlauben, je mehr die IGW durch den militärischen Flugbetrieb überschritten werden. Je nachdem passen da hunderte Flugbewegungen rein, bis es rechnerisch auffällt!

Der Schutzverband Emmen fordert daher:

Werden bereits die Immissionsgrenzwerte des militärischen Flugverkehrs überschritten, muss der zivile Flugbetrieb zum Schutz der betroffenen Bevölkerung zwingend zeitlich eingeschränkt werden, und zwar auf die ordentlichen Flugbetriebszeiten des militärischen Betriebs.

Luzius Hafen, Präsident SFE