Die FLAB wird KLUG

Diese Ausgabe der FLAB hat beinahe historischen Charakter. Zum ersten Mal sind sowohl der Schweizerische Schutzverband gegen Flugemissionen (SSF) wie auch die Koalition Luftverkehr, Umwelt und Gesundheit (KLUG) für die Redaktion der FLAB verantwortlich. Ziel ist es, dass ab nächstem Jahr die KLUG alleine für die Inhalte der FLAB zuständig ist. Lassen Sie sich überraschen und geniessen Sie in Zukunft auch Artikel in Französisch!

Bemerkenswert ist die Erkenntnis aus der Analyse von Prof. Dr. Friedrich Thyßen der Technischen Universität Chemnitz im Hauptartikel: Der Luftverkehr hat nicht zwingend positive Auswirkungen auf die Wirtschaft. Dies steht im klaren Gegensatz zu dem, was die Branche selber immer behauptet. Was aber wissenschaftlich belegt und sicher ist, sind die vielen negativen Auswirkungen des Luftverkehrs auf Gesundheit und Klima. Darum gehen zur Zeit auch Tausende von jungen Menschen auf die Strasse, um für den Klimaschutz zu demonstrieren. Eine Bewegung, die Hoffnung macht.

Zu Beginn der Frühlingssession hat KLUG die Petition «Für Nächte ohne Fluglärm» bei den Parlamentsdiensten eingereicht. Fast 10’000 Leute haben das Anliegen unterstützt, das eine einheitliche Nachtruhe von 9 Stunden für alle Landesflughäfen und konzessionierten Flugplätze verlangt. Jetzt bin ich gespannt, was die Umweltkommission mit der Petition macht und hoffe im Minimum auf einen brauchbaren Gegenvorschlag.

Als Nationalrätin steckt mir immer noch die misslungene CO2-Gesetz-Revision vom letzten Dezember in den Knochen. Das Gesetz wurde am Schluss der Beratungen zu Recht auch von links-grüner Seite abgelehnt. So zahnlos wie sich die Vorlage am Schluss  präsentierte, wäre sie wirkungslos bezüglich Klimaschutz gewesen. Der Ball liegt nun beim Ständerat, es hoffen alle auf eine bessere und wirksamere Vorgabe. Die Einführung einer Flugticket-Abgabe wird wieder aufs Tapet kommen. Dieses Mal wird der Antrag voraussichtlich erfolgreich sein, da sich nun auch die FDP für Lenkungsmassnahmen im Flugverkehr ausgesprochen hat. Das war auch der Grund, warum ich aus taktischen Gründen meinen Vorstoss für eine Flugticketabgabe zurückzog. Denn das CO2-Gesetz ist der richtige Ort für eine Verankerung der Flugticketabgabe.