SSF: Nein zum Gripen-Kauf

Der Kampfjet Gripen ist zu laut und verpestet die Luft

Der Schweizerische Schutzverband gegen Flugemissionen (SSF) unterstützt im Abstimmungskampf um die Anschaffung von 22 Gripen-Düsenjets die Nein Kampagne tatkräftig. Dies hat der SSF-Vorstand an seiner Januarsitzung 2014 einstimmig  beschlossen. Schon das Referendum gegen das „Gripen-Fondsgesetz“ hat der SSF offiziell unterstützt. Mit beiden momentan bekannten Nein-Komitees ist der SSF in Kontakt und klärt die Möglichkeiten eines effizienten Engagements im Abstimmungskampf ab.
 
Der SSF ist der Überzeugung, dass die neuen Kampflugzeuge zu einem enormen Anstieg der Flugemissionen (besonders Lärm) führen würden. Insbesondere die Anwohnerinnen und Anwohner der Militärflugplätze müssten eine neue, sehr laute, Lärmquelle in Kauf nehmen. Beim Start weist der Gripen nämlich eine rund dreimal höhere (!) Schallintensität als der Tiger F-5 auf. Das ist für die betroffenen Standorte (Meiringen, Sion, Payern und Emmen) unannehmbar. Der Lebensqualität und dem Tourismus in diesen Gebieten würde ein enormer Schaden zugefügt werden.

Nachteile überwiegen klar

Eigentlich gibt es keine zwingenden Gründe, die für einen Kauf von neuen Kampfjets sprechen. Die Schweiz verfügt auch ohne die 22 Gripen über einen wirksamen Luft-Schirm. Die 33 modernisierten F/A -18 Hornet wurden für über 400 Millionen Franken kampfwertgesteigert, sodass diese zur Erfüllung des Luftpolizei-Auftrages völlig reichen. Der Gripen soll gemäss unseren Militäroberen „eine autonome Landesverteidigung sicherstellen“. Ein Szenario, dass uns unsere Nachbarländer mit Kampfjets angreifen, ist derart unwahrscheinlich, dass es reine Verschwendung wäre, dafür Milliarden aufzuwenden. Acht der 22 Gripen sollen der Luftwaffe die Fähigkeit zu Luft-Boden-Bombardierungen zurückgeben. Auf diese hat man aber schon mit der Verschrottung der Hunter-Flotte vor Jahren verzichtet. Wo liegen denn – bitte schön –die Bodenziele, die die Schweiz mit dem Gripen-Flugzeugbomben bekämpfen soll?
Auch das Argument der Arbeitsplatzverschaffung überzeugt nicht: Keine andere Staatsaufgabe schafft so wenige Arbeitsplätze, wie die Anschaffung von Höchstleistungsflugzeugen. Die wenigen Gripen-Gegengeschäfte helfen da wenig. Würden nämlich die drei Milliarden für Anschaffung und weiteren sieben für den Betrieb und Unterhalt der „teuren Spielzeuge“ in Bildung und Innovation investiert, schaffte dies ein Vielfaches an Arbeitsplätzen und stärkte die Konkurrenzfähigkeit unseres Landes weit nachhaltiger. Diese Mittel wären für die Bekämpfung wirklicher Risiken wie die Klimaerwärmung und die daraus resultierenden Naturkatastrophen weit besser eingesetzt.
Der SSF wird aus diesen Gründen dem breiten Bündnis, das sich gegen den Kauf der Gripen-Kampfjets schon gebildet hat, beitreten und das allfällige Referendum mittragen. Wann die Unterschriftensammlung dazu beginnt wird, ist noch unklar. Die Sicherheitskommission hat kürzlich die Behandlung dieses Geschäftes von der Traktandenliste der Junisession streichen lassen. Es macht den Anschein, dass die Kommission selber grosse Zweifel gehen den Gripenkauf haben. Einem allfälligen Referendum mit anschliessender Abstimmung schaut der SSF jedenfalls zuversichtlich entgegen.

UB 20. Jan. 2014